Winter-Hauptkurs in St.Martin am Tennengebirge

Jänner 2017

18 Hunde, vier Tage, zwei große Lawinenszenarien, ein Ziel: mit der Hilfe vierbeiniger Spürnasen verschüttete Wintersportler schnellstmöglich unter Schneemassen zu finden. 

 
 

Die Gemeinde St. Martin am Tennengebirge stand vier Tage lang ganz im Zeichen professioneller Lawinenhunde-Ausbildung. Die „Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg“ trainierte nahe dem Ortszentrum unter den interessierten Blicken zahlreicher Zaungäste. Für die erfahrenen Einsatzhunde hatte Peter Kremser von den Skiliften St. Martin Tennengebirge zusätzlich im freien Gelände unterhalb der Buttermilchalm ein anspruchsvolles Trainingsgelände vorbereitet.
18 Hund-Hundeführerteams der „Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg“ machten sich für vier Tage auf den Weg in den Pongau, um mit ihren Hunden die Suche nach verschütteten Wintersportlern zu trainieren. „Die sehr gute Schneelage hat es heuer möglich gemacht, den Ausbildungskurs direkt in St. Martin durchzuführen“, freut sich Carolin Scheiter, die für die Ausbildung der Rettungshunde verantwortlich ist.

Die größte Herausforderung für den Lawinenhunde-Nachwuchs war die Ablenkung durch zahlreiche Zuschauer. Nahe der Talstation des ehemaligen Wurzer-Lifts hatte die Gemeinde ein großes, abwechslungsreiches Lawinenfeld präpariert. „Bei uns lernen schon die jungen Hunde, trotz Ablenkung durch andere Menschen, Hunde oder vorbeifahrende Pistengeräte und Skidoos konzentriert nach verschütteten Menschen zu suchen“, erklärt Scheiter. „Denn auch ein realer Lawineneinsatz ist mit vielen Ablenkungen und großem Zeitdruck für die Einsatzteams verbunden. Trotzdem muss der Hund auch unter diesen schwierigen Bedingungen zuverlässig arbeiten“. Die erfahrenen Einsatzhunde stellten sich unter Ausbilder Herbert Auer aus Golling nahe der Buttermilchalm komplexen Suchszenarien mit dem zeitgleichen Einsatz mehrerer Suchhunde unter großem Zeitdruck und sehr tief verschütteten „Lawinenopfern“.

Immer gute Nerven bewahren!
Unter Leitung des Alpinreferenten Sepp Bucher aus St. Martin trainierten die Hundeführer den Umgang mit dem Lawinenverschütteten-Suchgerät bei komplexen Mehrfach-Verschüttungen, das richtige Sondieren sowie das Ausgraben und Bergen von Personen. Für die Hunde stand anschließend das Fahren mit Skidoo und Pistengerät auf dem Programm. „Diese Transportmittel werden neben Hubschraubern auch bei einem echten Lawinenabgang eingesetzt, um die Teams schnellstmöglich zum Einsatzort zu bringen“, erklärt Bucher. Grund genug für die Hunde, auch in diesen Situationen die Nerven zu bewahren und sich ruhig aufheben und transportieren zu lassen. „Ein großer Dank geht an die Gemeinde St. Martin sowie an Peter Kremser von den Skiliften St. Martin am Tennengebirge, die uns großartig unterstützt haben. Ohne diese enge Zusammenarbeit ist die Durchführung eines derart umfangreichen Ausbildungskurses nicht möglich“.