Supernasen freuen sich über die Schneemassen

 

Jänner 2019

Bereits zum sechsten Mal waren Hund und Herrchen der Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg dieses Wochenende in St. Martin am Tennengebirge zu Gast. Schnee hatte es genug dieser Tage.

 
 

Man könnte meinen, dass die Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg nach über 60 Jahren nichts mehr erschüttern kann. Jedoch war dieser Winter selbst für die erfahrensten Hundeführer und Übungs-Organisatoren eine Herausforderung. „Es begann schon damit, dass die Zufahrt nach St. Martin bis kurz vor Übungsbeginn nicht passierbar war. Dazu kamen Lawineneinsätze im ganzen Bundesland, weswegen immer wieder einzelne Hundeführer auf Bereitschaft sein mussten“, sagt Ausbildungsleiterin Carolin Scheiter und ergänzt: „Hinzu kommt, dass die benachbarten Bergbahnen ob der akuten Lawinensituation verständlicherweise andere Sorgen hatten als uns ein Übungsgelände zu präparieren.“ Trotz aller naturverbundenen Wiederstände waren es knapp 20 Hundeführer und Hundeführerinnen die mit ihren Hunden – vom Welpen bis zum geprüften Einsatzhund – vier Tage lang die Suche nach verschütteten Menschen trainierten.  

Ein Ort versinkt im Schnee
Die 250 Zentimeter Schnee innerorts von St. Martin genügten, auch dank der Mithilfe der Skilifte St.Martin, ganz leicht um perfekte Trainingsbedingungen für Teams aller Ausbildungsstände vorzufinden. „Innerorts zu arbeiten ist natürlich ein Publikumsmagnet, was speziell für unsere jungen Hunde eine große Herausforderung war, die sie alle bravurös meistern konnten“, erklärt die Ausbilderin. Die erfahrenen Teams mussten zum Teil sehr komplexe Szenarien lösen, etwa wurde die Verschüttung eines ganzen Hauses mit sechs zu suchenden und medizinisch zu versorgenden Personen nachgestellt. „Gerade die Mischung aus der klassischen Lawinensuche und dem Durchsuchen von einem Gebäude ist für die Hunde eine sehr wichtige Erfahrung. Müssen sie sich doch blitzschnell auf die jeweilige Situation umstellen“, sagt Scheiter. 

Nicht nur das Suchen ist wichtig
Zu Suchen und Menschen auszugraben ist die Hauptbeschäftigung eines Lawinenhundes. Um für den Einsatz jedoch optimal gerüstet zu sein, müssen die Hunde noch deutlich mehr lernen. So gehört das Fahren auf einem Skidoo, einem Pistengerät oder mit Gondeln zum Standard-Repertoire eines Lawinenhundes. „Ein großer Dank geht an die Gemeinde St. Martin sowie an die Skilifte St. Martin am Tennengebirge und die Donnerkogel-Bergbahnen, die uns wie jedes Jahr großartig unterstützten. Ohne diese enge und produktive Zusammenarbeit ist die Durchführung eines derart umfangreichen Kurses nicht möglich“, bedankt sich Carolin Scheiter.
Auch die Hundeführer mussten die Schulbank drücken. So wurde neben einer Erste-Hilfe-Schulung das Sondieren sowie die richtige Handhabe mit dem Lawinenverschütteten-Suchgerät intensiv trainiert. Alpinreferent Sepp Bucher stellte die Hundeführer vor komplexe Mehrfach-Verschüttungen, um den Umgang mit dem LVS-Gerät immer weiter zu perfektionieren. „Das steht für jeden Kurs am Programm, auch wenn unsere Teams diese Handhabe bereits perfektioniert haben. Es ist einfach wichtig diese Handhabung immer und immer wieder zu trainieren, damit es im Ernstfall unter Stress Automatismen gibt, die die Teams abrufen könne,“, erklärt Bucher.